Peru

Der Nachtbus ging von Cuenca direkt nach Mancora.

Um 1 Uhr morgens kamen wir an der Grenze an. Wir alle dachten, dass es nur wenige Minuten dauern kann, da nur ca. 50 Menschen vor uns waren. Dies war jedoch ein Irrglaube. Insgesamt verbrachten wir 5h an der Grenze. Mir kam es vor, als wenn die Grenzbeamten auf Computern aus dem 20. Jahrhundert die wenigen Daten eintippten. Jeder Klick bedeutete 5 Minuten Rechenzeit.

Schließlich kam ich um 8 Uhr morgens übermüdet im Strandörfchen Mancora an. Mein erster Weg ging zum Geldautomat, da ich die einheimische Wahrung Soles brauchte. Nachdem der erste Automat meine Karte nicht akzeptieren wollte, versuchte ich es beim zweiten. Nachdem ich mein Geld erhalten habe, setzte ich mich ins TukTuk in Richtung Hostel. Hier realisierte ich dann, dass ich meine Kreditkarte nicht aus dem Automat genommen habe. Auf dem halben Weg kehrten wir um und wir fuhren zurück zum Automat. Jedoch war die Karte schon weg.

Ich hatte mich schon so sehr gefreut am Strand zu entspannen, stattdessen musste ich mich mit meiner Kreditkartenfirma herumschlagen und schauen wie ich an Geld komme. Denn eine Ersatzkarte hatte ich nicht. Glücklicherweise musste ich nur an Geld für eine Woche herankommen, da in Lima mich ein Freund aus Hamburg besuchen kommen würde und der mir eine neue Karte mitbringen könne.

Ich freundete mich mit einem Italiener an, dem ich Geld über PayPal transferieren konnte und er mir dadurch Geld abheben konnte. Die Woche war dadurch gerettet.

Das Hostel entsprach genau dem was ich zu diesem Zeitpunkt brauchte – Strand, Hängematten, Poolbar und eine entspannte Atmosphäre. Ich kam endlich zum Lesen und lernte viele neue Leute kennen.

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Unter anderem traf ich auf Kristian, einem Auswanderer aus Deutschland, der als Schriftsteller im Sommer in den USA in Baumhäusern lebt und über den Winter auf Reisen in warmen Ländern unterwegs ist. Von ihm bekam ich meine nächste Reiselektüre, einen Thriller, der in Deutschland als Ebook unter den Top 10 Charts gelistet wurde.

Einen Nachmittag versuchte ich mich erneut ans Surfen. Jedoch war der Surfspot sehr klein und dadurch leicht überfüllt. Man hatte kaum Chance eine Welle zu bekommen, ohne in andere Leute hineinzugleiten. Da das Wasser im Vergleich zu Mittelamerika relativ kalt war, hielt ich es auch nicht länger als 2 Stunden im Wasser aus.

Nach ca. einer Woche Strandurlaub fuhr ich dann im Nachtbus 22h lang nach Lima. Hier traf ich auf meinen Freund Eike aus Hamburg. Er kam am nächsten Morgen an und fuhr direkt zu meinem Hostel. Gleich nach dem Frühstück schlenderten wir an der Promenade Limas entlang und kehrten für einen Kaffee und Pisco Sour (Nationalgetrank) in eine Bar am Strand ein.

Am Nachmittag mieteten wir uns dann zwei Strandliegen und genossen die Sonne bis zum Sonnenuntergang. Im 10 Minutentakt kamen Verkäufer an, die uns von Ceviche (Nationalessen) bis hin zu Bier vieles andrehen wollten. Wir waren jedoch mit Getränken gut ausgestattet und orderten lediglich ein Wassereis, um unsere Rumcola herunterzukühlen. Auf dem Rückweg zum Hostel trafen wir noch auf ein verrücktes Paar, die uns auf ein weiteres Getränk am Strand einluden. Wir verbrachten noch einige Stunden mit denen bevor wir zurück ins Hostel torkelten.

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Am nächsten Tag fuhren wir in die Shoppingmeile. Wir brauchten noch ein Zelt, eine Isomatte und für mich noch einen warmen Schlafsack für unsere bevorstehenden Wanderungen in der Nähe von Machu Picchu. Als wir das ganze Outdoorequipment im Laden zusammen hatten, fragte ich nach einem Erlass. Jedoch entgegnete mir die Verkäuferin, dass sie mir kein Rabatt geben konne. Nachdem ich mit Eike noch einige Minuten diskutierte, kam die Verkäuferin zurück und bat uns mit ihr in die Ecke des Ladens zu gehen. Sie meinte dann, dass sie uns kein Rabatt geben könne solange ihr Chef noch im Laden ist und dass wir uns doch nach oder vor ihrer Arbeit an einem anderen Tag treffen sollen und sie uns das Equipment dann mit 25% Rabatt besorgt. Wir tauschten unsere Nummern aus und verabredeten uns bei ihr zu Hause am nächsten Morgen eine Stunde bevor der Laden öffnete (Tatsächlich klappte es und wir konnten dadurch über 100€ sparen). Nachdem wir den Outdoorladen „ohne“ Sachen verließen, kehrten wir in die nächstglegende Mall ein. Hier kauften wir noch die restlichen Outdoorsachen wie z.B. Wanderschuhe fur Eike ein. Da es ein verregneter Tag war, machte es uns nichts aus den Tag mit Einkaufen zu verbringen. Als wir alle Sachen zusammen hatten fuhren wir mit dem Taxi zu einem Restaurant am Meer (La Rosa Nautica).

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Uns war erst nicht bewusst, dass wir in ein Erste-Klasse-Restaurant einkehren werden. Mit Badehose und FlipFlops wurden wir an unseren Tisch mit weißer Serviette und dekorierten Weingläsern gebracht. Von unserem Tisch aus hatte man einen tollen Ausblick auf das Meer und die in sich befindenen Surfer. Wir bestellten eine Meeresplatte für zwei Personen und testeten uns durch Oktupus, Ceviche und frisch gefangenem Fisch. Das Essen war super lecker und wir bezahlten nicht mehr als in einem Durchschnittsrestaurant in Deutschland. Am Abend fuhren wir ins Hostel zurück und planten unsere nächsten Tage.

Nachdem wir am nächsten Morgen unser Outdoorequipment abgeholt haben, fuhren wir direkt zum Busterminal, um den Bus nach Paracas zu erreichen.

Die Fahrt nach Paracas dauerte ca. 4 Stunden. Gleich nach der Ankunft kam uns der Holländer Lars entgegen, der uns eine Tour für den nächsten Tag anbot, die genau unseren Vorstellungen entsprach. Nachdem wir unsere Kontakte austauschten, checkten wir im Kokopelli Hostel direkt am Strand ein. Zuerst sprangen wir in den Pool und im Anschluss genehmigten wir uns den Begrüßungscocktail. Am Abend gingen wir durch das Fischerdörfchen und betrachteten den frisch gefischten Fisch, der von verschiedenen Restaurants vor dem Grill angeboten wurde. Mit Ausblick auf das Meer ließen wir uns den Fisch direkt neben uns zubereiten – ein Genuss!

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Am Folgetag startete dann unsere Super-Combi-Tour. Um 7.40 Uhr wurden wir von Lars am Hostel abgeholt und zum Pier gebracht. Hier lief unser Boot zu den Islas Ballestas („Galapagos des kleinen Mannes“) eine halbe Stunde später ab. Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt mit zwei 200 PS starken Außenbordmotoren erreichten wir das Naturreservat. Der aus kilometerweit entfernte Gestank deutete auf die dort lebenden Seelöwen hin. Je näher wir kamen desto lauter wurde auch das Gebrunst der Löwen. Noch beeindruckender war die Vielzahl an Vögel die an den Felsen hingen oder durch die Luft flogen. Ohne Übertreibung handelte es sich dabei um Millionen. Neben Guanotölpel, Pelikanen und Kormoranen sind hier auch Humboldt-Pinguine beheimatet. Während wir die Inseln mit unserem Boot umrundeten, fuhren wir so nah an die sich sonnenden Seelöwen heran, sodass wir sie fast aus unserem Boot streicheln konnten. Aber die Seelöwen ließen sich nicht von uns stören und streckten weiterhin ihre Halse in die Sonne.

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Um 11 Uhr kamen wir dann wieder am Hafen an und hatten eine Stunde Pause. Danach wurden wir von einem Bus eingesammelt und wir fuhren in das Nationalreservat Paracas. Den ersten Stopp machten wir an einem Museum mitten in der Wüste von wo man aus der Ferne aus Flamingos betrachten konnte. Jedoch waren diese so weit entfernt, sodass man entweder ein Fernglas oder eine Kamera mit großem Zoomobjektiv gebraucht hätte. Auf der Sandpiste fuhren wir dann weiter zu einer Aussichtsplattform, bei der man schöne Fotos machen konnte, wo die Wüste auf das Meer trifft.

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Zu Mittag aßen wir dann frisch geangelten Fisch in einem kleinen Fischerdörfchen an einer Bucht im Reservat. Diesmal entschieden wir uns für den gebratenen Fisch. Wie am Vortag war auch dieser ein Gaumenschmauß. Einige Leute badeten in der Bucht, aber uns war das Wasser zu kalt. Nach insgesamt einer Stunde Pause fuhren wir dann zum letzten Stopp der „Kathedrale von Paracas“. Eine Art natürliche Steinbrücke verband die Küste mit einer kleinen Insel. Leider ist diese Felsformation im Jahr 2007 bei einem schweren Erdbeben zerstört worden, wodurch sich die Form einer Kathedrale nur noch erahnen lasst. Dennoch war der Ausblick auf das Meer von dort aus großartig.

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Als wir 15 Uhr am Hostel abgesetzt wurden, dauerte es keine 5 Minuten bis unser nächster Bus in Richtung Ica zur Huacachina Oase abfuhr. Als wir in Huacachina mit unserem Bus einfuhren, entgegneten uns zahlreiche selbstgebaute „Monstertruck-Buggies“. Uns war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass wir in wenigen Momenten auch in solch einem Gefährt sitzen werden. Kaum aus dem Bus ausgestiegen wurden wir von einem Mann zu einem Shop gescheucht. Rapido, rapido, follow me, hieß es andauernd. Am Laden angekommen, wartete schon eine Frau auf uns beide, die unsere großen Rucksäcke verstaute. Danach gingen wir zu unserem Buggy. Es stellte sich heraus, dass der Mann der uns antrieb, unser Fahrer sein wird. In dem Buggy warteten schon 6 weitere Mitfahrer. Zu allererst hieß es anschnallen. Der Gurt, der zwischen den Beinen hoch zu den Schultern ging, ähnelte dem einer Achterbahn und wies auf eine aufregende Fahrt hin. Bei meinem Sitznachbarn fiel dieser gleich auseinander worauf der Fahrer entgegnete, dass er den Gurt einfach festhalten solle. Anhand solcher Momente merkt man deutlich, dass man sich nicht in Europa befindet. Aufgrund zwei freier Plätze im Buggy konnte sich mein Nachbar noch auf einen anderen Sitz mit funktionierendem Gurt setzen. Der 8 Zylinder Motor lag frei und tuckerte vor sich hin und dann ging es auch schon los – mit Vollgas die Sanddünen hinauf. Mit Affentempo glitten wir über den Sand und sprangen über die Hügel der Dünen. Die Fahrt ähnelte wahrhaftig einer Achterbahnfahrt. Plötzlich stoppte der Fahrer kurz vor einem riesigen Abhang. Wir stiegen alle aus und er holte Sandboards aus dem Kofferraum. Nachdem er das erste Board wachste, düste die erste Person im Liegen den Berg hinunter. Zuerst testeten wir an einem kleinen Anfängerhügel. Als wir alle zweimal den Hügel hinuntergesaust waren, gingen wir 50 m weiter auf eine benachbarte Düne. Als wir über die Kanten schauten, sahen wir, dass es hier fast 500 m steil bergrunter geht und auf der Mitte der Strecke eine Abstufung kommt. Ich war als Vierter an der Reihe. Schnell nahm ich an Geschwindigkeit zu und ich wollte kurz vor der Abstufung abbremsen. Da ich Barfuss war wurden meine Füße bei diesem Versuch immer heißer, sodass ich mit hoher Geschwindigkeit über den Absatz kurzzeitig flog. Eine andere aus unsere Gruppe hat es bei dieser Kante ausgehebelt und sie ist im Sand abgetaucht. Meine Hose hat es bei dieser Fahrt völlig zerfetzt und ich konnte sie danach wegschmeißen. Nachdem wir alle die Abfahrt gemeistert hatten, fuhren wir mit dem Buggy weiter und schauten uns den Sonnenuntergang über den Dünen an. Es war ein mehr als gelungener Tag!

 

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Schließlich fuhren wir wieder zurück zur Oase, wo wir unsere Rucksäcke deponiert hatten und säuberten uns im Wasser. Direkt im Anschluss aßen wir dort noch etwas bevor wir mit dem Taxi zum Busterminal nach Ica fuhren. Hier warteten wir nur noch eine Stunde bis unser Nachtbus um 22 Uhr nach Cusco abfuhr.

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Die Fahrt dauerte 17 h und wir beide bekamen trotz des aktionsreichen Vortages wenig Schlaf. Vielleicht lag es auch daran, dass wir auf 3500 Höhenmeter fuhren. Am frühen Nachmittag kamen wir in der früheren Inka-Hauptstadt an. Unser Hostel lag direkt am Berghang. Durch die Panoramafenster und von der Dachterasse aus hatten wir eine tolle Aussicht auf die Innenstadt von Cusco.

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An der Rezeption legte man uns gleich Nahe mindestens 4 Koka-Tees am Tag zu trinken, um keine Höhenkrankheit zu bekommen. Als wir die Treppen zu unserem Zimmer bestiegen, hechelten wir wie nach einem absolvierten Halbmarathon. Am nächsten Morgen erkundigten wir die Stadt und ließen es uns in edlen organischen Restaurants gut gehen. So kamen wir in den Genuss erstklassig zubereitetes Alpakka zu probieren.

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Am Marktplatz trafen wir dann auf eine Gruppe Jongleure, die uns ein Freundschaftbändchen schenkten nachdem wir mit ihnen eine halbe Stunde zusammen performt haben.

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Zudem informierten wir uns über die Wanderrouten nach Machu Picchu in verschiedenen Agenturen. Da wir die Tour ohne Gruppe und Guide machen wollten, verlangte dies ein wenig Planung und Vorbereitung. So mussten wir u.a. Wasserreinigungstabletten kaufen, da auf dem Track kaum Versorgungsstationen sind und das Wasser aus den Flüssen mit Bakterien verseucht ist.

Salkantay Track

Tag 1: Mit dem Collectivo (Sammeltaxi) fuhren wir um 5 Uhr morgens von Cusco nach Mollepata. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und neben einem Isaraeli waren wir beiden die einzigen Ausländer in diesem Minibus. Da zwei Radios gleichzeitig liefen, konnten wir kaum schlafen. Als wir in Mollepata ausstiegen, kamen wir mit dem Israeli in Kontakt und frühstückten etwas gemeinsam. Wir verstanden uns auf anhieb gut und beschlossen den Track gemeinsam zu dritt zu bewältigen. Da das erste Stück des Salkantaywegs nicht von faszinierender Natur geprägt ist, beschlossen wir mit einem weiteren Collectivo nach Soraypampa zu fahren. Das Collectivo fuhr bis zu einer Stelle, an der ein Fluss den Weg überquerte. Hier wurden wir rausgeschmissen, da das Collectivo nicht weiter fahren konnte. Bis zum Basislager in Soraypampa waren es nur noch 15 Minuten zu Fuß. Dieses lag auf 3912 m.

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Von hier aus gingen wir gemütlich zur Humantay Lagune auf 4200 m und nutzten die Gelegenheit zur Aklimatisierung. Wir waren umgeben von 6000ern und die Gletscher der Berge ragten bis in die Lagune hinein. Da Motti, unser Israeli, bestens ausgestattet war, bereiteten wir hier einen Tee in seinem Kocher zu. Wir rasteten hier ca. 2h und genossen das Wolkentreiben über der Lagune. Leider vertrag Eike nicht so gut die Höhe und wir beschlossen hinunterzugehen.

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Unten angekommen, hatte er mit starken Kopfschmerzen zu kämpfen. Wir beschlossen die Nacht in Soraypampa zu verbringen. Da das Wetter beständig aussah, beschlossen wir unsere Zelte auf der Pferdewiese aufzustellen, anstatt für 10 Soles (ca. 2,5 Euro) unter einem Dach zu schlafen. Da uns ein ansträngender Tag bevorstand, gingen wir frühzeitig ins Bett. In der Nacht fing es dann an zu schütten und es donnerte gewaltig.

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Tag 2: Als unser Wecker um 5 Uhr klingelte, regnete es immer noch. Zum Glück hielt unser Zelt dem Regen stand und innen blieb alles trocken. Wir hofften, dass der Regen bald aufhören würde und bereiteten währenddessen Haferschleim im Zelt zu. Nach 1,5h warten im Zelt, beschlossen wir trotz Regens aufzubrechen. Wir packten die klitschnassen Zeltplanen in die Tasche und brachen auf. Motti brauchte noch ein wenig länger und wir verabredeten uns am Pik. Vorbei an zahlreichen Flüssen und freilaufenden Maultieren gingen wir am Vormittag auf den höchsten Punkt des Passes auf 4630 m. Im Vergleich zum Vortag hatten wir beide keinerlei Probleme mit der Höhe. Eike und ich tauschten uns auf dem Weg viele Kindheitsgeschichten aus.

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Nach drei Stunden kamen wir oben an. Vor lauter Freude tanzten wir am höchsten Punkt vor dem in Wolken stehenden Salkantay Berg (6271 m). Unser Tanz lockte Motti an, der eine halbe Stunde nach unserer Ankunft ankam.

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Von nun an gingen wir zu dritt. Obwohl es nur noch bergab ging, hatten wir leicht erschwerte Bedingungen, da es den ganzen Tag ununterbrochen regnete. Die felsige Landschaft erinnerte uns sehr an Irland.

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Auf dem Weg zu unserem nächsten Camp machten wir einmal Stopp in einer Hütte, um Mittag zu essen und ein paar Sachen zu trocknen. Wir fragten die Einheimischen, ob die Chance besteht, dass es heute noch aufhören wird mit regnen, aber diese verneinten nur diese Frage. Wir setzten also unsere Wanderung im Regen fort.

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Links und rechts von uns schmückten zahlreiche Wasserfälle die Bergwände, die in Bäche mündeten und wiederum Teil unseres Weges wurden. Je weiter wir in die Tiefe wanderten desto mehr veränderte sich die Vegetation. Moos bewachsende Baume zierten den Wegesrand und erste Mücken sausten um uns herum. Wir tauchten in den Regenwald ein.

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Nach insgesamt 10 Stunden Marsch und 22 km kamen wir in Chaullay auf 2900 m an. Diesmal entschieden wir uns ohne lange zu überlegen unser Zelt unter einem Dach für 10 Soles aufzubauen. Zudem gönnten wir uns den Luxus einer warmen Dusche für weitere 10 Soles. Unser Zelt bauten wir in der ersten Etage einer Scheune auf. Hier hatten wir genügend Möglichkeiten, um unsere nassen Sachen aufzuhängen.

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Tag 3: Wir wurden durch Sonnenstrahlen geweckt. Der Regen hatte ein Ende und wir konnten die noch klammen Sachen trocknen. Währenddessen bereiteten wir Haferschleim mit Trockenfrüchten zu. Erst um 10 Uhr kamen wir von Chaullay los. Nachdem wir ca. eine Stunde unterwegs waren, kamen uns ein paar Einheimische entgegen. Diese wiesen uns darauf hin, dass wir hier nicht weiter gehen können, da der Weg durch einen Erdrutsch nicht passierbar wäre. Wir mussten dadurch die etwas weniger schöne Alternativroute nehmen.

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Eine kurze Zeit später kam unerwartet ein kleiner Stand, an dem wir uns eine Tasse Kaffee genehmigten. Hier lernten wir auch den Sohn der Besitzerin Enrico kennen, der uns auf eine Zigarette mit feuchtem Tabak aus dem Dschungel einlud. Nach der kurzen Kaffeepause gingen wir entspannt weiter. Heute hatten wir viel Zeit da gerade einmal 16 km auf der Tagesordnung standen.

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Als wir wieder eine kleine Pause einlegten, holte uns Enrico ein. Er ging in die selbe Richtung. Er fragte uns, ob wir nicht an dem folgenden Wasserfall eine Pfeife mit ihm rauchen wollen. Wir konnten dieses Angebot nicht ablehnen und folgten ihm.

 

 

Am Wasserfall machten wir es uns gemütlich und Enrico bereitete alles vor. Er zog eine Rolle Tabak aus seiner Tasche und schnitt mit einem Messer die Tabakblaetter klein. Dann stopfte er sie in eine kleine Pfeife und zündete diese an. Diese ging dann herum. Der Geschmack war unbeschreiblich gut. Man kann diesen nicht mit Zigaretten vergleichen. Dazu aßen wir Kokablätter. Als wenn das nicht schon schön genug gewesen wäre, zückte er seine Flöte aus seiner Tasche und spielte dazu El Condor Pasa – ein mystischer Moment.

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Zusammen brachen wir dann nach La Playa auf. Hier trennten uns unsere Wege. Er sprang auf einen Laster auf während wir auf ein Collectivo nach Santa Teresa warteten.

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Dies war eine gute Gelegenheit um etwas zu essen. Hier lernten wir von Motti Israelische Militärskochkunst kennen – Smoked Tuna. Man öffnet eine Thunfischdose, packt ein Blatt Toilettenpapier darauf und zündet es an. Das Papier saugt sich mit dem Öl des Thunfisches voll und brennt dadurch ungefähr 10 Minuten. Danach kann man das steif gewordenen Papier problemlos entfernen. Der Thunfisch erfährt dadurch einen rauchigen Geschmack und wird warm. (Dieses Gericht war übrigens der Grund für den Waldbrand in Torres del Paine im Jahr 2012.)

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Im Anschluss fuhren wir mit einem Collectivo nach Santa Teresa zu den natürlichen heißen Quellen. Vier verschieden temparierte Becken werden durch eine heiße Quelle gespeist. Wir wärmten unsere Körper auf und entspannten unsere Muskeln. Danach aßen wir zu abend in Santa Teresa und trafen durch Zufall auf Enrico im Restaurant. Wir luden ihn zu unserem Zeltplatz ein und ließen den Abend bei einem gemeinsamen Bier ausklingen.

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Tag 4: Am nächsten Morgen brachen wir nach dem Frühstück nach Hidroelectrica auf. Da es regnete, beschlossen wir wieder einmal ein Collectivo zu nehmen. Dort angekommen aßen wir das Tagesmenü bevor wir unsere vorletzte Etappe nach Aguas Calientes entlang der Gleise aufbrachen. Von hier aus könnte man theoretisch auch die überteuerte Perurail Bahn nehmen.

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Auf dem Weg machten wir Rast bei einem kleinen Cafe im Dschungel und konnten von dort aus die vorbeifahrende Bahn fotografieren. Allstündlich machte sich die Bahn durch lautes Hupen bemerkbar, sodass man genügend Zeit hatte um an die Seite zu gehen, um nicht von der Bahn überfahren zu werden.

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Am späten Abend kamen wir dann in Aguas Calientes an. Das Dorf erinnerte uns sehr an ein Skiresort. Warme Lichter und schick dekorierte Restaurants geben dem Dorf ein besonderes Flair. Eike und ich mussten uns noch ein Rückfahrtticket für die Bahn nach Cusco für den nächsten Tag besorgen. In diesem Zuge schlenderten wir durch die Straßen vorbei an den vielen Souvenirstaenden. Auf dem Weg zum Ticketstand tanzten wir zusammen mit kleinen einheimischen Mädchen und genossen, dass wir den Salkantay gemeistert haben. Mit Motti trafen wir uns dann zum Abendbrot. Nach einem kleinen Nachtspaziergang legten wir uns alle ins komfortable Bett des Hostels und hörten noch eine Folge “Drei Fragezeichen“, die wir versuchten simultan ins Englische für Motti zu übersetzen.

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Tag 5: Ausgeschlafen, frühstückten wir ausgiebig am zentralen Platz Aguas Calientes. Es gab Pizza und Burger zum Frühstück. Gestärkt starteten wir unsere letzte Wanderung. Das Wetter war perfekt und unsere gute Laune konnte durch nichts mehr getrübt werden.

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In zwei Stunden stiegen wir den steilen Weg auf das 400 m höher gelegende Machu Picchu hoch. Faule Wanderer können alternativ mit einem Bus in Serpentinen hoch fahren. Da 90% der Agenturen in Cusco das Vormittagticket anbieten, beschlossen wir das Nachmittagsticket zu kaufen. Als wir oben ankamen, war die Menge an Touristen auf Machu Picchu schon überschaubar. Alle Leute die uns entgegen kamen, meinten, dass es am Vormittag voll gewesen wäre. Wir haben also alles richtig gemacht. Wir hatten nun den gesamten Nachmittag, um uns die Stätte anzuschauen.

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Es ist schon erstaunlich, wie die Menschen es geschafft haben, diese Stadt im 15. Jahrhundert zu erbauen. 20 Tonnen schwere Steine wurden ohne Kenntnis von Rädern kilometerweit den Berg hoch transportiert und präzise ohne Eisenwerkzeuge in Form geschlagen. Das besondere dabei ist, dass der Bau weniger als 40 Jahre dauerte.

Je später es wurde, desto mehr lichtete sich Machu Picchu auf. Schließlich waren wir fast die einzigen auf der Stätte.

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Als die Dämmerung anbrach, wurden wir schließlich gebeten den Ausgang aufzusuchen. Der Abstieg war ein wenig erschwert, da es im Wald schon sehr dunkel war. In Aguas Calientes angekommen, hatten wir noch einige Stunden Zeit bis unser Zug nach Cusco fuhr. Wir nutzten die Zeit, um durch die Vielzahl an Souvenirstaende zu schlendern. Jedoch holten wir uns nur Inspirationen, da in Cusco alles günstiger war. Mit dem letzten Zug, der günsitger war als alle anderen, fuhren wir dann nach Ollantaytambo. Dort warteten zu Mitternacht die Anschlusscollectivos. Letzendlich kamen wir um 2.30 Uhr in der früh in unserem Hostel in Cusco an.

 

Gut ausgeschlafen gingen wir am Nachmittag in die Stadt und unternahmen ein bisschen Shopping. Zudem gönnten wir uns jeweils eine einstündige Massage und ließen uns es erneut in einem edlen Restaurant gut gehen. Am späten Abend trafen wir uns dann mit u.a Motti zum Tanz. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag in Richtung Bolivien aufbrechen, aber als wir erst um 6 Uhr morgens wieder im Hostel eintrafen, war uns schon klar, dass dieser Plan zum Scheitern verurteilt war.

Während Eike zu Mittag in ein Museum ging, schlief ich mich bis zum Nachmittag aus und wechselte mit Eike die Rolle als er wiederkam. Dieser Pausentag tat uns beiden nach den aktionsreichen Vortagen gut.

Da unser Bus nach Bolivien am Folgetag erst in der Nacht abfuhr, hatten wir den ganzen Sonntag, um uns den Wochenmarkt in der 33 km entfernten Stadt Pisac anzuschauen. Mit vollen Taschen kehrten wir dann nach Cusco zurück und stiegen in den Nachtbus nach Copacabana.

 

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