NICARAGUA

An der Küste El Salvadors ging es mit dem Shuttle entlang in Richtung Nicaragua.

Die Gegend sah so schön aus und wir bedauerten ein wenig, dass wir für dieses Land keine Zeit eingeplant hatten. Ich kann mir aber gut vorstellen, hier in ein paar Jahren erneut hinzureisen.

Nachdem wir die Grenze zu Honduras passiert haben und auch die Grenze zu Nicaragua (nach 1,5 stündigem Warten) hinter uns liessen, kamen wir am späten Abend im Kolonialstädtchen Leon an. Wir trafen hier auf ein österreichisches Paar, mit denen wir in Guatemala schon surfen waren. Die folgenden Tage bummelten wir durch die Stadt und ruhten uns von der langen Busfahrt aus.

Am Mittwoch ging es dann von Leon nach Managua, der Hauptstadt Nicaraguas. Hier holten wir am Abend Robert, einen Freund aus der Studienzeit, vom Flughafen ab.

Ankunft von Robert in Managua
Ankunft von Robert in Managua

Die nächsten zwei Wochen bestritten wir Nicaragua zu Dritt. Wir schmiedeten den Plan zu den Corn Islands an der Karibikküste zu fahren. Nach einer weiteren Nacht in Managua fuhr unser Chickenbus um 6 Uhr morgens nach El Rama los. Managua fanden wir nicht sehr sehenswert und wir waren froh diese Stadt nach 1,5 Tagen Aufenthalt wieder zu verlassen.

Die Chickenbusse sind die öffentlichen Busse mit denen auch die Einheimischen verkehren. Meistens sind es alte amerikanische Schulbusse, die bunt wie ein Hühnchen angemalt sind und daher auch ihren Namen erhalten. Die Fahrt mit diesen Bussen ist die günstigste Art, um von A nach B zu kommen. Für eine zweistündige Fahrt bezahlt man umgerechnet 1-2 Euro. Man muss dafür in Kauf nehmen, dass der Bus leicht überfüllt sein kann.

Unser Chickenbus nach El Rama
Unser Chickenbus nach El Rama

In El Rama mussten wir dann in ein Panga umsteigen. Mit einem Tempo von über 50 km/h fuhren wir dann auf dem Fluss nach Bluefileds. Die Fahrt mit dem Panga war aufregend und wunderschön, da man mitten durch teils unberührte Natur fuhr.

Unser Panga von El Rama nach Bluefields
Unser Panga von El Rama nach Bluefields

Am späten Nachmittag kamen wir dann in Blufields, Fährstadt an der Küste, an. Leider fuhren die Fähren nach Corn Island erst am nächsten Tag los, sodass wir uns in Bluefields noch eine Unterkunft suchen mussten. Bis zur Ankunft in Bluefields, wusste ich nicht, dass in Nicaragua auch Englisch gesprochen wird. An der Karbikküste trafen wir dann auf eine völlig andere Kultur. Auf einmal standen wir vor kreolisch sprechenden Rastafaris, die Reggae-Musik hörten und in Symbiose mit den spanisch sprechenden Inlandsbewohnern lebten. Einige Einwohner in Bluefields konnten kein Englisch sprechen, andere wiederum kein Spanisch.

Da wir nur ein Zimmer zum Schlafen brauchten, nahmen wir ein vom Hafen nahgelegendes Zimmer in einem Hotel/Bar für 10 Euro/Nacht. Wir waren dort die einzigen Übernachtungsgäste. Leider bekamen wir nicht viel Schlaf, da das Zimmer direkt neben der Bar war, die am Abend von den Locals gut besucht war. Zudem hatten wir kein Fenster in unserem Zimmerchen und mussten unser Bad mit den betrunkenden Barbesuchern teilen. Das war schon sehr ekelig, da es auch kein fliessend Wasser gab. Als ich am nächsten Morgen noch Kakalaken unter dem Bett verschwinden sah, war ich froh, dass wir die Nacht hinter uns gebracht haben und endlich weiter zu den Corn Islands fahren konnten. Um 9 Uhr morgens fuhr die Fähre los und die Fahrt dauerte mit einem Stopp erneut 6 Stunden.

Schifffahrt nach Big Corn Island
Schifffahrt nach Big Corn Island
Stopp in El Bluff
Stopp in El Bluff
Schiffsfriedhof
Schiffsfriedhof

Nach 1,5 Tagen Anreise hatten wir es dann endlich geschafft und wir waren auf Big Corn Island in der Karibik angekommen. Unser Hotel war super und wir hatten eine tolle Aussicht auf das Meer.

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Blick aus unserem Hotel auf Big Corn Island

Robert hatte erst neulich seinen Tauchschein in Deutschland gemacht und wir haben geplant in der Karibik seinen ersten Meeres-Tachgang gemeinsam zu bestreiten. Gleich am nächsten Tag fuhren wir mit dem Boot raus und machten zwei Tauchgänge. Mein letzter Tauchgang war schon drei Jahre her, jedoch kam ich schnell wieder rein. Tauchen ist wahnsinnig schön und zählt zu den tollsten Erlebnissen, die ich bis jetzt im Leben gemacht habe. Hier in der Karibik sind wir an Korallenriffs entlang getaucht und hatten das Glück einen Barracudaschwarm zu begegnen. Zudem haben wir zahlreiche Langusten, Trompetenfische und einen Rochen gesehen.

Birthe wurde leider auf der Insel krank, sodass sie die vier Tage zum Grossteil im Zimmer verbringen musste. Robert und ich gingen derweil schnorcheln oder liessen uns einfach die Seele baumeln. Einen Ausflug zur Little Corn Island (eine Stunde entfernt) haben wir leider nicht geschafft, da es am geplanten Tag stark geregnet und gestürmt hat und eine Schifffahrt bei dem Wellengang kaum möglich gewesen wäre.

Nach vier Tagen fuhren wir dann mit dem Boot zurück nach Bluefields. Hier mussten wir dann erneut eine Nacht verbringen (diesmal aber in einer anderen Unterkunft). Am nächsten Morgen ging es dann 5.30 Uhr mit dem ersten Panga nach El Rama und von dort aus zurück nach Managua. Leider haben wir in El Rama nicht den Expressbus erwischt. So dauerte unsere Fahrt statt 6 Stunden nahezu 9 Stunden und wir hielten in jedem Dorf auf der Strecke nach Managua. Hinzukam, dass in dem Bus ca. 100 Personen fuhren. Als wäre das nicht genug, stiegen alle 10 Minuten Verkäufer ein, die einem Getränke über Ladegeräte bis hinzu Medikamenten alles verkaufen wollten. Diese quetschten sich dann zwischen den unzähligen stehenden Leuten vorbei. Man muss dazu bedenken, dass es draussen 30°C im Schatten waren und der Bus keine Klimanlage besitzt. Wir waren echt froh als wir diese Tortur hinter uns hatten und dann im Shuttle von Managua nach Granada fuhren.

Am ersten Tag erkundeten Robert und ich die Kolonialstadt und wir gingen u.a. an der Promenade entlang.

Granada
Granada
Granada
Granada
Granada
Granada
Granada
Granada

Zwischendurch genehmigten wir uns eine Kokusnuss und spielten dabei mit dem kleinen Papagai des Standbesitzers.

Granada
Granada

Birthe ging es leider immer noch nicht besser und wir besuchten in der Nacht noch ein öffentliches Krankenhaus. Über die Hygiene in diesem Krankenhaus möchte ich nicht schreiben, aber ich wünsche jedem, dass er nicht in Nicaragua krank wird.

Am nächsten Tag führten Robert und ich unsere Sightseeingtour weiter und genossen den Ausblick vom La Merced Kirchturm. Auch an diesem Tag fuhr ich erneut mit Birthe in ein privates Krankenhaus. Ich hoffte nur, dass es ihr bald besser geht und sie nicht die Rückreise antreten muss.

Granada von oben
Granada von oben
Granada von oben
Granada von oben

In Granada erfuhren wir von einigen Dingen, die man um Granada unternehmen kann. So hörten wir, dass man in einem Vulkankrater, nur 30 min von Granada entfernt tauchen kann. So fuhren wir zur Laguna de Apoyo.

Dort angekommen, fackelten wir nicht lange und gingen gleich zur Tauchschule. Der Tauchguide dort arbeitete vorher auch mehrere Wochen auf Big Corn Island in der Tauchschule in der wir vorher waren.

Laguna de Apoyo
Laguna de Apoyo
Tauchen an der Laguna de Apoyo
Tauchen an der Laguna de Apoyo
Tauchen an der Laguna de Apoyo
Tauchen an der Laguna de Apoyo

Die Sicht in diesem Kratersee war zwar schlechter als in der Karibik, aber dafür war das Tauchen etwas besonderes. In diesem See haben sich Tiere evolutionär entwickelt, die es sonst nirgendwo auf der Erde gibt. Zudem konnten wir auf 15 m Tiefe heiss austretendes Wasser, welches durch die Lava erwärmt wird, ertasten. Nach dem 45 minütigem Tauchgang relaxten wir noch am See und gingen dort auch noch am Nachmittag baden.

Am Folgetag reisten wir dann weiter zur Pazifikküste nach Popoyo. Popoyo ist ein super Surfspot, da die Wellen sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet sind. Zudem kommt man sich beim Surfen kaum in der Quere, da der Strand Kilometer lang ist.

Strand von Popoyo
Strand von Popoyo

So liehen Robert und ich uns für drei Tage Boogie- und Surfbretter aus. Nach den Misserfolgen in Guatemala hoffte ich nun, dass es besser klappt. Und tatsächlich: Ich ritt einige Wellen ab. Auf einmal fiel es mir einfacher. Es war der Groschen gefallen. Auch Robert schaffte es auf dem Board zu stehen. Wahrscheinlich war der Spot besser für mich/ uns geeignet.

Endlich geschafft! Ich surfe!
Endlich geschafft! Ich surfe!
Surfen
Surfen
Sonnenuntergang in Popoyo genießen
Sonnenuntergang in Popoyo genießen

Birthe ging es leider immer noch nicht besser und wir fuhren erneut in ein Krankenhaus in der Nähe von Popoyo. Sollte es danach nicht besser werden, wird Birthe wahrscheinlich die Rückreise antreten.

Fahrt zum Krankenhaus
Fahrt zum Krankenhaus
Birthe im Krankenhaus von Las Salinas
Birthe im Krankenhaus von Las Salinas

Das Ende von Roberts Urlaub näherte sich und wir fuhren von Popoyo zum Knotenort Rivas. Von hier aus fahren Shuttles zu fast allen Orten in Nicaragua. Am letzten gemeinsamen Abend assen wir gemeinsam eine XXL Pizza und tranken im Anschluss das Nationalgetränk flor de cana.

Am nächsten Morgen fuhr Robert dann von Rivas aus zum Flughafen nach Managua und Birthe und ich zur Fähre zur Insel Ometepe.

Insel Ometepe
Insel Ometepe

Ometepe Ist eine kleine Insel im Lago Cocibolca, der See an dem auch Granada liegt und vielleicht der Nicaragua-Kanal (Alternative zum Panama-Kanal) durchgebaut werden soll. Ometepe bestehet im Endeffekt nur aus zwei Vulkanen, dem Vulkan Maderas und dem Vulkan Conception. Ringsum haben sich kleine Örtchen an der Seeseite angesiedelt. Unser Hostel befand sich am grösseren Vulkan Conception.

Blick aus unserem Hostel
Blick aus unserem Hostel

Da der Conception meistens in den Wolken hängt, entschieden wir uns nicht auf diesen Vulkan zu wandern. Stattdessen liehen wir uns eine Motorcrossmaschine aus und umrundeten die Insel. Wir waren froh keinen Roller genommen zu haben, da einige Wege damit sonst nicht möglich gewesen wären.

Motorradausflug
Motorradausflug

Bei einem Ökobauern tranken wir dann nach ca. 1h Fahrt durch Geroll einen Kaffee, um die Handglenke auszuruhen. Auf dieser Insel haben sich viele junge Alternative niedergelassen, die sich grösstenteils selbst versorgen und Permakultur Landwirtschaft betreiben. Aufgrund der fruchtbaren Vulkanerde, wächst auf dieser Insel fast alles. Die meisten Restaurants, die auf dieser Insel betrieben werden, führen auch nur Speisen aus eigener Ernte auf.

Kaffee bei Ökobauern aus Argentinien
Kaffee bei Ökobauern aus Argentinien

Nachdem wir uns mit einem heissen Getränk gestärkt haben, fuhren wir weiter zu einem Trail zu einem Wasserfall des Vulkans Maderas. Nach ca. zweistündigem Aufstieg wurde man mit einer tollen Naturkulisse belohnt. Am Fuss des Wasserfalls konnte man auch baden und sogar das Wasser trinken.

Wanderung zum Wasserfall am Maderas
Wanderung zum Wasserfall am Vulkan Maderas
Nach 2 stündiger Wanderung - Erreichen des Wasserfalls
Nach 2 stündiger Wanderung – Erreichen des Wasserfalls

Danach fuhren wir weiter und assen zu Nachmittag in einem vegetarischen Restaurant. Die Aussicht vom Restaurant war grandios und das Essen sehr lecker.

Weiterfahrt zum vegetarischen Restaurant
Weiterfahrt zum vegetarischen Restaurant
Mittagspause
Mittagspause
Wer will denn da unser Essen haben?
Wer will denn da unser Essen haben?

Im Anschluss traten wir unseren Rückweg zum Hostel an.

Rückfahrt
Rückfahrt

Am zweiten Tag liehen wir uns dann Fahrräder aus und fuhren zum Ojo de agua, einem Naturswimmingpool. Hier kühlten wir uns im kristallklarem Wasser ab und verbrachten unseren Vormittag. Eigentlich wollten wir noch auf der Insel Kitesurfen gehen, jedoch öffnete die Kiteschule erst Ende November und hatte somit noch nicht geöffnet. Darum beschlossen wir die Insel wieder zu verlassen und in den Süden Nicaraguas zu reisen.

Wir verbrachten zuerst zwei Nächte in San Juan del Sur. Dieser Ort sagte uns nicht sehr zu, da hier die ganzen Leute nur zum Party machen hinfahren. Bei dem berühmten Sunday Funday machen drei Hostels eine riesige Springbreak Party und Shuttlebusse verkehren zwischen den einzelnen Lokalitäten. Wir hatten darauf weniger Lust. Zudem bedauerten wir sehr, dass man nicht direkt in San Juan del Sur surfen gehen konnte, sondern Shuttlebusse zu den nächstgelgenden Stränden hätte nehmen müssen. Dies hätte unser Budget gesprängt.

San Juan del Sur
San Juan del Sur
Graffiti in San Juan del Sur
Graffiti in San Juan del Sur

So beschlossen wir zu einen ruhigeren Ort direkt an einem surfbaren Strand zu fahren. Wir strandeten somit nördlich von San Juan del Sur am Playa Maderas.

Hier hat sich ein deutsches Pärchen in unserem Alter vor ca. 3 Jahren niedergelassen und ein traumhaft schönes und ruhiges Hostel errichtet. Direkt an einem Hang haben sie mehrere Hütten mit Palmendächern gebaut. Man konnte sogar in einem umgebauten VW Bus schlafen, wenn man wollte. Vom Hostel aus ging es dann den Hang hinunter ca. 10 min zum Strand. Ich lieh mir für 2 Tage erneut ein Surfbrett aus und war froh die letzten Tage Nicaraguas mit Surfen ausklingen zu lassen. Der Ort hatte weder Supermarkt noch Kiosk, jedoch fuhr alle 2 Tage ein Gemüsehändler vorbei, bei dem wir für unser Mittag und Abendbrot unsere Rationen einkaufen konnten.

Ich hätte hier gut und gerne noch zwei weitere Wochen bleiben können, wenn wir nicht aufgrund unseres Visums das Land verlassen hätten müssen.

Unterkunft am Playa Maderas
Unterkunft am Playa Maderas
Sonnenuntergang vom Yoga-Deck
Den Abend genießen auf dem Yoga-Deck

Von hier aus fuhren wir dann mit zwei anderen Leuten gemeinsam zur Grenze nach Costa Rica.

One thought on “NICARAGUA
  1. Ein Glück hast du nur die vorteilhaftesten Fotos mit mir drauf genommen… *heul*
    War eine schöne Zeit. Freu mich immer noch, dass das alles geklappt hat. Gute Reise weiterhin, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

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